Barix Exstreamer 100

Ich habe ein Spielzeug wieder entdeckt. Der Barix Exstreamer 100 Streaming Client ist ein kleines schönes Gimmick, um u.a. Webradio zu hören.

Ich hatte das Teil vor ca. 10 Jahren schon mal in der Mangel, hatte es allerdings (warum auch immer) wieder in der „Asservatenkammer“ verschwinden lassen.

In erster Linie ist er eigentlich dazu gedacht, öffentliche Räume mit Produktwerbung und verkaufsfördernder Musik von einem zentralen Server zu beschallen. Das ergibt sich schon allein aus den Produkteigenschaften und dem Aufbau der Firmware mit der integrierten Stream-URL-Backupfunktion.

Man kann 3 Stream-URLs direkt im Webinterface hinterlegen, welche dann priorisiert abgefragt werden, wobei die erste die höchste Priorität besitzt. Ist Stream 1 nicht verfügbar so wird Stream 2 genommen. Ist Stream 2 nicht verfügbar so wird Stream 3 genommen. Im Hintergrund wird jedoch nach einem eingestellten Intervall immer wieder nachgesehen, ob die höher priorisierten Streams verfügbar sind. Sollte kein Stream verfügbar sein, so kommt die USB-Autoplay-Funktion zum Einsatz. Dazu wird ein USB-Speicher an der Vorderseite gesteckt mit Audio-Files.

Der Exstreamer kommt mit folgenden Formaten zurecht:

MP3 CBR/VBR, up to 320 kbps, 8..48 kHz sample freq.
AAC-HE (AAC, AAC plus, AAC plus V2)
Ogg Vorbis, WMA (up to version 9)
PCM (L16, uLaw, aLaw), 8..48 kHz sample freq.
G.711

Beim Booten wird die aktuelle IP-Adresse in gesprochenen Worten ausgegeben. Sollte man sich also so ein Teil woher auch immer kaufen und es ist eine feste IP eingestellt, so kann man immer noch den eigenen Adressbereich anpassen, um auf das Webinterface zu gelangen und die IP zu ändern.

one – nine – two – dot – one – six – eight – dot – one – seven – eight – dot – one –  zero – two

Nachdem ich das Ding ja nun schon ein paar Jahre z.H. habe war erst mal ein FW-Update fällig. Die Firmware 3.19 ist für den Streaming Client derzeit aktuell. Man könnte auch eine andere FW installieren, wodurch sich der Anwendungsfall ändert. Wer dazu näheres wissen möchte, sollte sich mal bei Barix umschauen.

Hier kann man erkennen, dass der Client auf die URL 2 zurückgreift, da die hinterlegte URL 1 in den Default-Einstellungen nicht verfügbar ist.

Configuration –> Basic Settings

Nun habe ich allerdings herausgefunden, dass man bis zu 999 Streams über Wiedergabelisten hinterlegen und auswählen kann. Ich weiß nicht, ob das in früheren FW-Versionen auch schon der Fall war, denn in der Stream-URL können Platzhalter eingefügt werden. Und dadurch wurde das Teil auch wieder interessant.

The following space holders are available :
$MAC$ – device´s MAC address
$IP$ – device´s IP address
$NAME$ – device´s DHCP host name
$NUM$ – channel number (three digits)

Somit landet man beim „Umschalten“ eines Channels durch den Platzhalter $NUM$ auf einem anderen Stream. Dazu verwendet man mehrere Wiedergabelisten, sozusagen für jeden Stream eine eigene in der Art…

playlist001.m3u
#EXTM3U
#EXTINF:0,MetalBlast
http://metalblastfm.stream.laut.fm/metalblastfm

playlist002.m3u
#EXTM3U
#EXTINF:0,Radio BOB!
http://bob.hoerradar.de/radiobob-live-mp3-hq

playlist003.m3u
#EXTM3U
#EXTINF:0,ROCK ANTENNE
http://stream.rockantenne.de/rockantenne

playlist004.m3u
#EXTM3U
 #EXTINF:0,rockradio
http://rockradio.stream.laut.fm/rockradio

Diese Wiedergabelisten habe ich auf dem NAS der Fritzbox in einem eigenen Verzeichnis namens „Playlist“ hinterlegt. Die Adresse mit dem integrierten Platzhalter kommt dann in die URL 1 und sieht anhand vom Fritz!NAS im eigenen Netzwerk folgendermaßen aus…

http://192.168.178.1:49200/Playlist/playlist$NUM$.m3u

Wer keinen Server besitzt kann auch die einzelnen Wiedergabelisten auf einem USB-Stick speichern und diesen dann in den USB-Port des Exstreamers stecken.
Der Eintrag für die URL 1 lautet dann…

file://playlist$NUM$.m3u

Jetzt kann man über die im Webinterface integrierte Fernbedienung die Streams durch drücken der Zifferntasten + Play durchschalten.

Unter Windows 10 besteht die Möglichkeit, die Fernbedienung über den Browser Edge als eigene App abzulegen. So hat man ein eigenes Fenster ohne Menü auf dem Desktop als Verknüpfung, welches man fast beliebig verkleinern kann.

Dazu habe ich mir ein „eigenes“ abgespecktes Webinterface gebaut.

Eine 2. Möglichkeit besteht darin, im Browser durch CGI-Kommandos die Streams auszuwählen.

Stream 1
http://192.168.178.102/rc.cgi?r=1&c=1

Stream 25
http://192.168.178.102/rc.cgi?r=2&r=5&c=1

Stream 999
http://192.168.178.102/rc.cgi?r=9&r=9&r=9&c=1

Eine 3. Möglichkeit, die Streams vor- und zurückzuschalten, besteht in der Zuhilfenahme des RESET-Tasters an der Vorderseite des Geräts. Der muss allerdings erst dafür konfiguriert werden.

Configuration –> Advanced Settings –> I/O

 

Durch kurzes Drücken der RESET-Taste wird 1 Channel (Stream) nach vorn gesprungen und durch einen längeren Druck geht’s zurück. Das macht natürlich nur Sinn, wenn man erstens die Wiedergabelisten in lückenloser Form bzw. Reihenfolge angelegt hat und man zweitens weiß, wie viele Wiedergabelisten man erstellt hat.

Seit August 2021 gibt es eine neue Firmware. Ich sollte mal wieder ein Update fahren…

Update 15.04.2022

Heute ist es soweit mit dem Update. Da ich nun auch nicht mehr der Jüngste bin, war mir entfallen…wie ging das noch mal? Und deshalb schreibe ich das mal auf.

Dabei ist ein FW-Update ohne eigene Anpassungen ganz einfach über die Weboberfläche möglich. Die FW bekommt man von Barix. Man entpackt das Archiv. Darin sind mehrere Verzeichnisse enthalten. Uns interessiert hier das Verzeichnis „update_rescue“ und die darin enthaltene Datei „compound.bin“.

In der Weboberfläche klickt man auf Update…

…und startet es dann.

Daraufhin wird das Gerät in den Updatemodus versetzt. Man wählt die o.g. Datei aus und klickt auf Upload.

Nach einem Neustart wird man mit der neuen Firmware begrüßt.

Nun sind natürlich die eigenen Anpassungen der Weboberfläche verschwunden, falls man da selbst Hand angelegt hat. Da sich aber hier aufgrund des Updates nichts getan hat, kann man die eigenen Anpassungen recht schnell wieder integrieren und eine eigene „compound.bin“ bauen.

Dazu wechselt man nach „\streaming_client_kit_v*\webuidevkit\streamapp\“ und nimmt die Anpassungen vor. Dann geht es im Terminal weiter. Die Scripte zum bauen sind alle vorhanden. Der Aufruf unterscheidet sich zwischen der Kommandozeile und der PowerShell. Das Ergebnis ist das Gleiche…es wird eine streamapp.cob erzeugt. Die Warnungen können ignoriert werden.

Die erzeugte streamapp.cob wird jetzt in das Verzeichnis „update_rescue“ kopiert. Die dort vorhandenen streamapp.cob und compound.bin können vorher umbenannt oder gesichert werden.

Also wechseln wir in das Verzeichnis „update_rescue“ und führen die gen.bat aus.

Die hier erzeugte compound.bin kann nun über die Weboberfläche wie oben beschrieben eingespielt werden.

…und ein WI für’s Schmartfön habe gleich mit gebaut incl. der direkten Links zu den Streams in den Wiedergabelisten.

 

 

Fontastic – Fontafit Teno Smartwatch

Seit heute gibt es diese Armbanduhr bei Kaufland zum vergünstigten Preis.
Da meine Alltagsuhr eh bald endgültig den Geist aufgibt, dachte ich mir (und wenn ich es nie wieder tue) die hole ich mir. Gedacht, getan.

Die Uhr kommt im runden Metallgehäuse mit einem Kunststoffarmband daher. Wem das Armband nicht passt (also von wegen Kunststoff…), der kann es auch gegen ein anderes tauschen (steht so in der Bedienungsanleitung). Ich schreibe es extra dazu, da ich ich auch schon eine Funkarmbanduhr hatte, welche die DCF-Antenne im Armband hatte. Dazu gibt es einen USB-Ladeadapter allerdings ohne Netzteil.
Die Angaben zur Schutzklasse sind dann etwas widersprüchlich. Auf der einen Seite ist sie mit IP67 angegeben und auf der anderen Seite steht „Das Gerät ist wasserabweisend, nicht wasserdicht“.
IP67 bedeutet aber eigentlich Staubdicht und Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen (30min, bis 1m Tiefe). Ich verstehe nicht, wieso man dies nicht genauso explizit dazu schreibt. Die Uhr soll ja schließlich auch nicht ständig unter Wasser liegen und wenn ich sie am Arm trage bin ich auch nicht ständig unter Wasser.

Zur Uhr gibt es die App „FontaFit Pro“, ohne die noch nicht einmal die richtige Uhrzeit auf dem Display angezeigt wird, jedenfalls bis zur Erstverbindung per Bluetooth. Also Auspacken, Laden, App installieren, loslegen.
Ich muss zugeben, ich habe mir die Uhr nur gekauft, weil sie „angeblich“ eine Blutdruck-Messfunktion hat. Da hatte ich schon vor einiger Zeit ein Auge auf die weitaus teuerere Asus VivoWatch BP geworfen, die ich mir auch gekauft hätte, wenn sie nicht letzten Endes noch vor ihrem Erscheinungsdatum wieder verschwunden war. Offiziell wurde sie nicht eingeführt auf dem europäischen Markt.
Ob der Blutdruck korrekt angezeigt wird…dazu schreibe ich später noch etwas mit Manschette um den Oberarm.

So reicht für heute.
[Morgen geht’s weiter und dann gibt’s auch ein paar Bilder…]

…das war wohl nix mit morgen…

Aber zwischendurch ganz kurz zu diesem „Gegenstand“…mehr als ein „Schätzeisen“ ist es nicht. Und das beginnt bereits bei der Uhrzeit und nicht erst bei den anderen Funktionen, die diese „Uhr“ noch beherrschen soll…

Die Aussage von oben

(und wenn ich es nie wieder tue)

bekommt dann erst recht eine Bedeutung.

Wenn man nicht ständig eine BT-Verbindung zum Smartphone hat, so kann man auch nicht mehr von einer genauen Uhrzeit sprechen. Ich würde mal so von 3-4 Minuten Abweichung innerhalb einer Woche ohne BT sprechen.
Was positives gibt es trotz allem auch. Wenn man in den App-Einstellungen „Beim Armheben Display aktivieren“ deaktiviert, so hält der Akku meiner Uhr 2 Wochen. Allerdings hängt dies wohl auch noch mit anderen Einstellungen zusammen.

Update 15.04.2022

Inzwischen ist mir das Armband gerissen. Wegen der sich darin befindenden Sensoren müsste es dann ein Original werden. Ein neues Armband wäre ein wirtschaftlicher Totalschaden. Also ist die Uhr jetzt ein Fall für die Tonne.

Umbau eines Multimeters Voltcraft GDM 705 auf Lithium-Akku’s

Vor einigen Wochen habe ich mir über einen bekannten Online-Flohmarkt ein Voltcraft GDM 705 zu einem, wie ich finde, guten Preis gekauft. Angeboten wurde das Multimeter mit defekten Akkus. Es war zuletzt nur noch mit dem beiligendem Netzteil betrieben worden. Und beiligend war auch die originale Bedienungsanleitung, die ich vor dem Kauf vergeblich im WWW gesucht habe.

Der Austausch der Akku’s wurde dann auch schwerer als gedacht. Es war aber nicht der Austausch an sich sondern eher die Beschaffung neuer Akku’s.

Im Original sind 2 Stück NiCd-Akku’s verbaut mit den Werten 3,6V/1200mAh, einem Durchmesser von 18 mm und einer Länge von 148 mm. Laut Bedienungsanleitung soll das Multimeter auch mit 2x 3 Stück NiCd-AA-Akkus betrieben werden können bzw. auch mit normalen AA-Batterien, wobei bei letzteren dann das Gerät niemals mit dem Netzgerät betrieben werden sollte. Nun hat mir allerdings die Größe einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Zunächst einmal bin ich recht gut bestückt mit AA-Batterien, AA-NiCd- und auch AA-NiMh-Akku’s. Alle scheiterten letzten Endes an der Länge. Es war nicht möglich, in die 2 Batteriefächer jeweils 3 Stück der o.g. Batterien/Akku’s einzubauen. Inwiefern es da Toleranzen in der Länge gibt, weiß ich nicht. Meine haben jedenfalls nicht gepasst. Desweiteren hätten meine vorrätigen NiCd-Akku’s auch nicht die Kapazität der Original-Akku’s gehabt. Die Suche nach den Original-Akku’s endete vergebens, vielleicht auch weil durch die Neufassung der Batterierichtlinie aus dem Jahr 2008 eine Beschaffung von cadmiumhaltigen Zellen schwierig bis unmöglich geworden ist.

Also ging ich auf die Suche nach anderen Akku’s, die einen Durchmesser von 18 mm haben und bin letzten Endes bei Lithium-Akku’s der Größe 18650 (Durchmesser 18mm, Länge 65 mm), 3,7V/2500mAh hängen geblieben, wovon 2 Stück benötigt werden.

Bei der Verwendung von Lithium-Akku’s ist allerdings ein Battery-Management-System (BMS) erforderlich bzw. auch ratsam. Das BMS ist abhängig von der Anzahl der Zellen und reguliert den Lade-/Entladevorgang. Das bedeutet, dass die Akku’s nicht überladen und auch nicht tiefentladen werden können, was zwangsläufig den Tod der Akku’s nach sich ziehen würde.

Jetzt fehlt zur Funktion nur noch ein neues Netzteil, da das beiliegende NT nicht mit den Lithium-Akku’s verwendet werden kann. Sollte es weiterhin verwendet werden wollen (allerdings dann auch nur für den Netzteilbetrieb und nicht zum Laden der Akku’s), so muss eine Trennung zwischen dem BMS und dem Multimeter (2pol. Umschalter oder eben eine entsprechende Elektronik) eingebaut werden. Ich habe mich dafür entschieden, das Original-Netzteil nicht mehr zu verwenden.

Ein NT für Li-Zellen muss das IU-Ladeverfahren unterstützen (CCCV – Constant Current Constant Voltage). Mein ausgewähltes Steckerladegerät liefert 7,4V/1000mA, ist also für ein 2S-Batteriepack ausgelegt. Es hat eine LED, welche im Standby und bei voll geladenem Akku Grün leuchtet, wenn der Akku geladen wird Rot leuchtet oder bei einem Fehler oder Defekt blinkt. Das NT hat einen Hohlstecker 5,5/2,1 auf der Kleinspannungsseite.

Dafür habe ich dann noch eine Einbaubuchse mit Schaltkontakt besorgt, welche dann bei gestecktem NT die Versorgung des Multimeters abschaltet. Das soll mir so recht sein, da der erste Ladevorgang der Akku’s nur knapp über 1 Stunde gedauert hat, und die habe ich immer irgendwann übrig, um zu laden.

Einen kleinen Stolperstein hatte ich dann beim Einbau doch noch zu überwinden. Der genaue Durchmesser der Original-Zellen war 17,4 mm und der Durchmesser der Lithium-Zellen war 18,3 mm. Also musste ich das Batteriefach incl. dem Batteriefachdeckel mit einem Rundfräser auf 19 mm auffräsen, was aber problemlos funktionierte unter der Voraussetzung, dass man die benötigte Technik sein eigen nennt oder man jemanden kennt, der eben die Technik besitzt.

Jetzt soll nur noch eine Akku-Zustandsanzeige rein, die, wenn man sie aktivieren möchte, über einen Taster zugeschaltet werden kann. Diese braucht man zwar nicht unbedingt, da das BMS bei Niedrigspannung auch so das Multimeter abschalten würde, aber es ist natürlich schöner, den Zustand der Akku’s abrufen und bei Bedarf nachladen zu können. Die Lithium-Akku’s sollten es einem nicht übel nehmen, da sie keinen Memoryeffekt haben wie die NiCd-Akku’s.

Ich schreibe dann noch einmal einen Satz dazu, wie lange die Akku’s mit einer Ladung gehalten haben. Ich brauche das Multimeter mehrmals täglich.

Update nach 2 Wochen … Kapazität bei 75%.

Ich habe mir ein weiteres Multimeter zugelegt, da es doch etwas schwer ist, keinen Haftmagnet und auch keine Schutzhülle hat. Trotzdem nehme ich es hin und wieder. Und nach inzwischen 10 Monaten habe ich die Akkus noch nicht wieder geladen. Die Anzeige steht bei 2 Balken. Mit 1x Laden pro Jahr kann ich gut leben.

Auf Anfrage kann ich gern die Bedienungsanleitung des GDM-705 in deutsch zur Verfügung stellen.