Umbau eines Multimeters Voltcraft GDM 705 auf Lithium-Akku’s

Vor einigen Wochen habe ich mir über einen bekannten Online-Flohmarkt ein Voltcraft GDM 705 zu einem, wie ich finde, guten Preis gekauft. Angeboten wurde das Multimeter mit defekten Akkus. Es war zuletzt nur noch mit dem beiligendem Netzteil betrieben worden. Und beiligend war auch die originale Bedienungsanleitung, die ich vor dem Kauf vergeblich im WWW gesucht habe.

Der Austausch der Akku’s wurde dann auch schwerer als gedacht. Es war aber nicht der Austausch an sich sondern eher die Beschaffung neuer Akku’s.

Im Original sind 2 Stück NiCd-Akku’s verbaut mit den Werten 3,6V/1200mAh, einem Durchmesser von 18 mm und einer Länge von 148 mm. Laut Bedienungsanleitung soll das Multimeter auch mit 2x 3 Stück NiCd-AA-Akkus betrieben werden können bzw. auch mit normalen AA-Batterien, wobei bei letzteren dann das Gerät niemals mit dem Netzgerät betrieben werden sollte. Nun hat mir allerdings die Größe einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Zunächst einmal bin ich recht gut bestückt mit AA-Batterien, AA-NiCd- und auch AA-NiMh-Akku’s. Alle scheiterten letzten Endes an der Länge. Es war nicht möglich, in die 2 Batteriefächer jeweils 3 Stück der o.g. Batterien/Akku’s einzubauen. Inwiefern es da Toleranzen in der Länge gibt, weiß ich nicht. Meine haben jedenfalls nicht gepasst. Desweiteren hätten meine vorrätigen NiCd-Akku’s auch nicht die Kapazität der Original-Akku’s gehabt. Die Suche nach den Original-Akku’s endete vergebens, vielleicht auch weil durch die Neufassung der Batterierichtlinie aus dem Jahr 2008 eine Beschaffung von cadmiumhaltigen Zellen schwierig bis unmöglich geworden ist.

Also ging ich auf die Suche nach anderen Akku’s, die einen Durchmesser von 18 mm haben und bin letzten Endes bei Lithium-Akku’s der Größe 18650 (Durchmesser 18mm, Länge 65 mm), 3,7V/2500mAh hängen geblieben, wovon 2 Stück benötigt werden.

Bei der Verwendung von Lithium-Akku’s ist allerdings ein Battery-Management-System (BMS) erforderlich bzw. auch ratsam. Das BMS ist abhängig von der Anzahl der Zellen und reguliert den Lade-/Entladevorgang. Das bedeutet, dass die Akku’s nicht überladen und auch nicht tiefentladen werden können, was zwangsläufig den Tod der Akku’s nach sich ziehen würde.

Jetzt fehlt zur Funktion nur noch ein neues Netzteil, da das beiliegende NT nicht mit den Lithium-Akku’s verwendet werden kann. Sollte es weiterhin verwendet werden wollen (allerdings dann auch nur für den Netzteilbetrieb und nicht zum Laden der Akku’s), so muss eine Trennung zwischen dem BMS und dem Multimeter (2pol. Umschalter oder eben eine entsprechende Elektronik) eingebaut werden. Ich habe mich dafür entschieden, das Original-Netzteil nicht mehr zu verwenden.

Ein NT für Li-Zellen muss das IU-Ladeverfahren unterstützen (CCCV – Constant Current Constant Voltage). Mein ausgewähltes Steckerladegerät liefert 7,4V/1000mA, ist also für ein 2S-Batteriepack ausgelegt. Es hat eine LED, welche im Standby und bei voll geladenem Akku Grün leuchtet, wenn der Akku geladen wird Rot leuchtet oder bei einem Fehler oder Defekt blinkt. Das NT hat einen Hohlstecker 5,5/2,1 auf der Kleinspannungsseite.

Dafür habe ich dann noch eine Einbaubuchse mit Schaltkontakt besorgt, welche dann bei gestecktem NT die Versorgung des Multimeters abschaltet. Das soll mir so recht sein, da der erste Ladevorgang der Akku’s nur knapp über 1 Stunde gedauert hat, und die habe ich immer irgendwann übrig, um zu laden.

Einen kleinen Stolperstein hatte ich dann beim Einbau doch noch zu überwinden. Der genaue Durchmesser der Original-Zellen war 17,4 mm und der Durchmesser der Lithium-Zellen war 18,3 mm. Also musste ich das Batteriefach incl. dem Batteriefachdeckel mit einem Rundfräser auf 19 mm auffräsen, was aber problemlos funktionierte unter der Voraussetzung, dass man die benötigte Technik sein eigen nennt oder man jemanden kennt, der eben die Technik besitzt.

Jetzt soll nur noch eine Akku-Zustandsanzeige rein, die, wenn man sie aktivieren möchte, über einen Taster zugeschaltet werden kann. Diese braucht man zwar nicht unbedingt, da das BMS bei Niedrigspannung auch so das Multimeter abschalten würde, aber es ist natürlich schöner, den Zustand der Akku’s abrufen und bei Bedarf nachladen zu können. Die Lithium-Akku’s sollten es einem nicht übel nehmen, da sie keinen Memoryeffekt haben wie die NiCd-Akku’s.

Ich schreibe dann noch einmal einen Satz dazu, wie lange die Akku’s mit einer Ladung gehalten haben. Ich brauche das Multimeter mehrmals täglich.

Update nach 2 Wochen … Kapazität bei 75%.

Ich habe mir ein weiteres Multimeter zugelegt, da es doch etwas schwer ist, keinen Haftmagnet und auch keine Schutzhülle hat. Trotzdem nehme ich es hin und wieder. Und nach inzwischen 10 Monaten habe ich die Akkus noch nicht wieder geladen. Die Anzeige steht bei 2 Balken. Mit 1x Laden pro Jahr kann ich gut leben.

Auf Anfrage kann ich gern die Bedienungsanleitung des GDM-705 in deutsch zur Verfügung stellen.